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Digitale Prozesse

Warum Websites zu digitalen Helfern werden.

UNLMTD · · 6 Min. Lesezeit

Fast jeder Betrieb hat eine Website. Immer mehr Betriebe lassen sie arbeiten: Termine, Angebote, Rechnungen, Beratung. Die Zahlen aus Handwerk, Praxen und Mittelstand zeigen, warum das kein Trend ist, sondern eine Notwendigkeit.

Vor zehn Jahren war die Frage: Haben Sie eine Website? Die Frage ist beantwortet. 94 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland haben eine, das hat der Digitalverband Bitkom 2025 bei 504 Betrieben erhoben[1]. Die neue Frage lautet: Was tut Ihre Website eigentlich, während Sie arbeiten?

Bei den meisten: nichts. Sie zeigt Adresse, Öffnungszeiten und ein paar Fotos. Das ist die Visitenkarte. Sie ist nicht falsch. Aber sie ist gerade dabei, zu wenig zu werden. Aus drei Gründen, die sich alle belegen lassen.

Grund eins: Die Leute fehlen

Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 hat knapp 22.000 Unternehmen befragt. 36 Prozent können offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es über 40 Prozent[2]. Was das im Alltag heißt, steht ebenfalls im Report: 55 Prozent der betroffenen Betriebe erwarten Mehrbelastung für die vorhandene Belegschaft, 36 Prozent müssen ihr Angebot einschränken[2].

Auch die Digitalisierung selbst hängt daran. Bitkom hat Anfang 2025 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt: 74 Prozent nennen den Fachkräftemangel als größte Hürde, 60 Prozent die fehlende Zeit im Tagesgeschäft[3]. Im Handwerk sehen 75 Prozent den Fachkräftemangel als zentrales Problem[1].

Wer keine Leute findet, muss die Arbeit, die er hat, anders verteilen. Jede Terminfrage, die eine Website beantwortet, ist eine Terminfrage weniger am Telefon. Das ist kein Komfort. Das ist Kapazität.

Grund zwei: Die Kunden erwarten es längst

Die Zahlen zu Arztterminen sind eindeutig, weil Bitkom sie seit Jahren erhebt. 2023 hatten 36 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal einen Arzttermin online vereinbart, 2024 waren es 50 Prozent, Ende 2025 sind es 64 Prozent. Nur noch 18 Prozent lehnen die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab[4].

Interessant ist, warum die Leute online buchen: 84 Prozent nennen die Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten der Praxis. 43 Prozent schätzen die automatische Erinnerung, 37 Prozent den einfacheren Zugang zu kurzfristigen Terminen[4]. Das sind keine Praxis-Themen. Das gilt für die Physiotherapie genauso wie für die Kfz-Werkstatt, das Fotostudio oder die Tierpension.

Im Handwerk beobachten 87 Prozent der Betriebe, dass Kunden individuelle Angebote und schnelle Erreichbarkeit erwarten[1]. Schnelle Erreichbarkeit ist um 21 Uhr ein Formular, das funktioniert, oder ein Kalender, der freie Zeiten zeigt. Nicht ein Anrufbeantworter.

Grund drei: Die Vorreiter tun es schon

85 Prozent der Handwerksbetriebe bieten mindestens einen digitalen Service an. 68 Prozent verschicken Angebote digital, 62 Prozent Rechnungen, 48 Prozent haben eine Online-Terminbuchung, 35 Prozent bieten Beratung online an[1]. Das ist keine Nische mehr. Das ist die Hälfte der Branche.

Und die Betriebe nennen auch, was sie davon haben: 76 Prozent Zeitersparnis, 75 Prozent höhere Sichtbarkeit bei Kunden, 73 Prozent gleichbleibende Qualität[1]. Zeit ist genau das, was fehlt, siehe Grund eins.

Es gibt eine Zahl in der Studie, die wir besonders ernst nehmen: 58 Prozent der Handwerksbetriebe sagen, sie wüssten nicht, was technisch alles möglich ist[1]. Das ist kein Vorwurf. Das ist die Lücke, in der wir arbeiten.

Was ein digitaler Helfer konkret tut

Wir meinen damit keinen Chatbot und keine App, die niemand installiert. Wir meinen die Website, die Sie schon haben, mit drei Fähigkeiten mehr:

Termine. Der Kunde sieht freie Zeiten und bucht. Die Bestätigung kommt automatisch, die Erinnerung auch. Der Kalender ist angebunden, doppelt gebucht wird nichts.

Anfragen vorfiltern. Das Formular fragt, was Sie sowieso fragen würden: Neukunde oder Bestandskunde, worum es geht, wie dringend, welche Unterlagen da sind. Die Anfrage kommt sortiert an.

Unterlagen und Verträge. Anmeldung, Checkliste, Pensionsvertrag: Die Seite fragt ab, füllt aus, legt ab. Ihr Team prüft und unterschreibt. So bauen wir es gerade für ein Tierheim, damit Besuchstermine und Pensionsverträge nicht mehr am Telefon und auf Papier laufen.

Was das nicht heißt

Nicht jeder Betrieb braucht das. Ein Transportunternehmen mit drei Stammkunden braucht eine klare Seite, die auf dem Handy funktioniert und schnell lädt. Mehr nicht. Das sagen wir im ersten Gespräch auch so.

Aber wenn bei Ihnen dieselbe Frage dreimal am Tag am Telefon kommt, wenn Termine auf Zetteln landen und Unterlagen per Foto über WhatsApp, dann ist Ihre Website gerade der Mitarbeiter, der nicht arbeitet. Und den können Sie sich, siehe oben, am wenigsten leisten.

Quellen

  1. Bitkom, „Digitalisierung des Handwerks“, Bitkom-Studie 2025, Befragung von 504 Handwerksunternehmen: https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-01/bitkom-studienbericht-handwerk.pdf (öffnet in neuem Tab) abcdef
  2. DIHK, „DIHK legt Fachkräftereport 2025/2026 vor“, 19.12.2025: https://www.dihk.de/de/newsroom/dihk-legt-fachkraeftereport-2025-2026-vor-159712 (öffnet in neuem Tab) ab
  3. Bitkom, „Digitalisierung der Wirtschaft 2025“, Studienbericht, Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten: https://www.bitkom.org/Studienberichte/2025/Digitalisierung-Wirtschaft (öffnet in neuem Tab)
  4. Bitkom, Presseinformation „Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online“, 22.12.2025: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Zwei-Drittel-vereinbaren-Arzttermine-online (öffnet in neuem Tab) ab

Alle Quellen zuletzt geprüft im September 2026.

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