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Strategie

Instagram ist keine Website.

UNLMTD · · 5 Min. Lesezeit

Viele Betriebe haben in den letzten Jahren mehr Zeit in ihre Kanäle gesteckt als in ihre eigene Seite. Solange die Reichweite kam, war das bequem. Die Reichweite kommt nicht mehr von allein. Die Zahlen von 2025 und 2026 belegen das.

Es gibt einen Satz, den wir in Erstgesprächen regelmäßig hören: „Wir machen eigentlich alles über Instagram.“ Manchmal Facebook, manchmal ein Google-Profil, selten nur eine WhatsApp-Nummer. Die Website gibt es auch noch, aber sie wurde zuletzt vor dem ersten Lockdown angefasst.

Das hat eine Weile funktioniert. Die Beiträge wurden gesehen, die Anfragen kamen. Und dann kamen sie weniger. Nicht, weil der Betrieb schlechter geworden wäre. Sondern weil jemand anderes an einem Regler gedreht hat.

Was die Zahlen sagen

Das Analyseunternehmen Socialinsider hat 872.075 Beiträge von Unternehmensseiten auf Instagram und Facebook ausgewertet, Zeitraum Januar 2025 bis August 2026. Ergebnis: Ein Instagram-Beitrag erreicht im Schnitt noch 4,9 Prozent der eigenen Follower, das sind 14 Prozent weniger als im Jahr davor. Im August 2026 lag die Reichweite bei 3,2 Prozent. Auf Facebook sind es 1,25 Prozent[1].

Rechnen Sie das für sich um: 2.000 Follower, ein Beitrag, rund 65 bis 100 Menschen sehen ihn. Der Rest nicht. Und das ist der Durchschnitt, nicht der schlechte Fall.

Der Benchmark-Report von Rival IQ für 2025, für den je 150 Unternehmen pro Branche aus einer Datenbank mit über 200.000 Firmen ausgewertet wurden, zeigt dasselbe von der anderen Seite: Die Interaktionen auf Instagram sind über alle Branchen um 16 Prozent gesunken, im Handel und bei Wohnen und Einrichten um fast 30 Prozent[2].

Was Ihnen auf einer Plattform nicht gehört

Der Account gehört Ihnen. Die Reichweite nicht. Die Regeln nicht. Die Kontaktdaten Ihrer Follower nicht. Wenn die Plattform entscheidet, dass Beiträge von Unternehmen weniger angezeigt werden, dann ist das so. Die Zahlen oben zeigen, dass genau das passiert. Wenn ein Konto gesperrt wird, weil ein automatisches System etwas falsch erkannt hat, bleibt der Einspruch per Formular. Bis dahin fragen Ihre Kunden, ob es Sie noch gibt.

Ihre Website gehört Ihnen. Die Adresse, die Inhalte, die Anfragen, die darüber kommen. Niemand dreht an einem Regler. Das ist nicht nostalgisch, das ist betriebswirtschaftlich.

Warum es kein Entweder-oder ist

Wir sagen nicht: Hören Sie mit Social Media auf. 56 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland sind dort mit eigener Präsenz oder Werbung aktiv und 94 Prozent haben eine eigene Website[3]. Die Betriebe, die es gut machen, haben beides und wissen, wofür welches da ist.

Für ein Fitnessstudio, eine Bäckerei, eine Zimmerei ist Instagram ein guter Ort, um zu zeigen, wer man ist. Fotos von der Baustelle, das neue Brot, das Team beim Sommerfest. Das funktioniert und das soll so bleiben.

Aber jeder dieser Beiträge braucht ein Ziel. Und das Ziel ist nicht „mehr Follower“. Das Ziel ist: Der Mensch soll dort landen, wo er einen Termin buchen, ein Angebot anfragen oder eine Öffnungszeit nachschauen kann. Auf Ihrer Seite. Instagram ist das Schaufenster. Die Website ist der Laden.

Wenn das Schaufenster schöner ist als der Laden, kommt der Kunde rein und geht wieder.

Der Test, der zwei Minuten dauert

Öffnen Sie Ihr Profil auf dem Handy. Tippen Sie auf den Link in der Bio. Was sehen Sie?

Wenn es eine Seite ist, die schnell lädt, auf dem Handy lesbar ist, die aktuellen Öffnungszeiten zeigt und bei der man mit einem Tipp anrufen oder buchen kann: gut. Wenn es eine Seite ist, die erst einen Cookie-Hinweis über den ganzen Bildschirm legt, dann ein Bild von 2019 und dann „Wir sind für Sie da“: Dann arbeitet Ihr Instagram gegen Sie. Jeder Beitrag schickt Leute an eine Tür, hinter der niemand ist.

Was eine Website heute können muss

Nicht viel. Aber das richtig: Auf dem Handy in unter zwei Sekunden da sein. Sagen, was Sie tun, für wen und wo. Zeigen, wie man Kontakt aufnimmt, ohne zu suchen. Termine annehmen, wenn Ihr Betrieb Termine vergibt. Aktuell sein, was Öffnungszeiten, Preise und Team betrifft.

Das ist weniger Arbeit, als es klingt, wenn die Seite einmal so gebaut ist, dass Sie sie selbst pflegen können. Und es ist die einzige Fläche im Netz, auf der niemand außer Ihnen bestimmt, was gezeigt wird.

Quellen

  1. Socialinsider, „Social Media Reach Statistics 2026: Instagram & Facebook“, Auswertung von 872.075 Beiträgen, Januar 2025 bis August 2026, veröffentlicht 03.09.2026: https://www.socialinsider.io/blog/social-media-reach/ (öffnet in neuem Tab)
  2. Rival IQ, „2025 Social Media Industry Benchmark Report“: https://www.rivaliq.com/blog/social-media-industry-benchmark-report/ (öffnet in neuem Tab)
  3. Bitkom, „Digitalisierung des Handwerks“, Bitkom-Studie 2025: https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-01/bitkom-studienbericht-handwerk.pdf (öffnet in neuem Tab)

Alle Quellen zuletzt geprüft im September 2026. Die Rechnung mit 2.000 Followern ist ein Beispiel auf Basis der Socialinsider-Werte.

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